Nach einem unvergesslichen Aufenthalt bei den Sperlingskäuzen in den französischen Alpen im Oktober 2022 (siehe mein post https://karinswildlifediaries.org/de/portfolio/ein-herbstwald-voller-kobolde/) kann ich es kaum erwarten sie dieses Jahr dort wiederzusehen. Der Sperlingskauz ist, wie schon sein Name vermuten lässt, ein besonders kleiner Kauz auch wenn er doch eher die Grösse einer Amsel als die eines Spatzen hat. Diese Eulenart liegt mir ganz besonders am Herzen, immerhin ist dies meine fünfte Reise in die Alpen um ihn dort zu beobachten.

Kein Jahr gleicht dem anderen und während wir im Oktober 2022 die tollste Herbstsonne und strahlend blauen Himmel geniessen durften, sind die Wettervorhersagen für dieses Jahr alles andere als ermutigend. Dabei muss ich an meinen allerersten Besuch im November 2018 denken, wo wir 2 Tage lang im strömenden Regen nach den Käuzen gesucht haben. (siehe mein Bericht https://karinswildlifediaries.org/de/der-sperlingskauz-folge-1/)

Der diesjährige Herbst war zwar bis Mitte Oktober besonders heiß und trocken, aber leider fiel mein Aufenthalt in den Alpen genau mit der Ankunft einer landesweiten Regenfront zusammen. Wir werden uns hauptsächlich in den Lärchenwäldern aufhalten, die Lichtverhältnisse zum fotografieren werden sicher nicht gerade ideal sein, aber ich hoffe daß wir auf diese Weise wenigstens stimmungsvolle Fotos bekommen können.

Am ersten Tag geht es hoch hinauf in die Berge, in der Hoffnung daß die Lärchen dort schon ihr Herbstkleid tragen – unten im Tal sind sie noch alle grün, trotz der heißen Temperaturen in den letzten Wochen. Es geht quer durch den Wald, den steilen Hang hinauf, einige in der Gruppe sind viel zu schwer beladen um hier bequem und flink zwischen den Bäumen, Wurzeln und Steinsbrocken hindurch zu klettern. Glücklicherweise müssen wir nicht lange suchen bevor wir die Stimme eines ersten Kauzes hören. An diesem Tag sind die Regenschauer kurz und nicht zu oft, viel Licht ist unter den Lärchen nicht, aber der kleine Sperlingskauz ist gut zu sehen und bietet uns viele gute Möglichkeiten ihn zu beobachten und zu fotografieren.

Am zweiten Tag verschlechtert sich die Wetterlage leider erheblich und wir ziehen deshalb ein anderes Gebiet vor, in der Nähe einer alten Berghütte, wo wir zur Not Unterschlupf finden können. Diese Entscheidung erweist sich als außerordentlich angebracht, denn im Laufe des Tages wandelt sich der Niesel in einen sintflutartigen Regen. Am Vormittag können wir tatsächlich einen rufenden Kauz ausmachen, aber leider ist diese Beobachtung nur von kurzer Dauer, kaum fällt der Regen stärker sucht sich der Kauz einen geschützteren Platz. Bei diesem Wetter kann ihm dies keiner übelnehmen, im Gegenteil, wir tun es ihm gleich und stellen uns in der Hütte unter, in der Hoffnung daß der Regen im Laufe des Tages nachlässt. Aber die Zeit vergeht, der Himmel wird immer noch dunkler, und der Regen fällt immer noch heftiger. Ich wage einige kleine Ausflüge unter dem Regenschirm, versuche die Stimmung des nassen Herbstwaldes einzufangen. Die nassen Blätter des Bergahorns glänzen wunderschön, sie haben gerade angefangen sich gelb zu färben. Die Baumstämme in diesem alten Wald sind mit Flechten bewachsen auf denen die Wassertropfen jetzt silbern glitzern.

Gegen 16 Uhr sind alle gründlich durchgefroren die Hütte hat keine Fenster und es zieht eisig trotz dem Feuer im Kamin. Eine Verbesserung des Wetters scheint aussichtslos und so beschliessen wir zu den Autos zurückzukehren. Etwas enttäuschend, aber selbst wenn die Sperlingskäuze das harte Bergklima gewöhnt sind, bleiben sie bei solchem Wetter doch lieber versteckt.

Anschliessend findet Ihr meine fotografische Ausbeute die natürlich völlig anders ausgefallen ist als im letzten Jahr, aber das ist ja auch Sinn und Zweck..

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