Wer einmal einem Dachs begegnet ist kann sich seinem Charm unmöglich entziehen. Mit seiner schwarz-weiß gestreiften Schnauze und seinem fast bärenhaften, etwas behäbigen Aussehen ist er ein besonders sympathisches und fotogenes Tier. Der Dachs lebt in Familienverbänden bestehend aus verschiedenen Generationen. Im Durchschnitt umfaßt ein Klan 4 bis 8 Tiere, kann aber auch situationsbedingt wesentlich größer sein. So kann man regelmäßig ihr komplexes und sehr interessantes Sozialverhalten und die Spiele unter Jungtieren beobachten. Junge Dachse sind besonders verspielt, aber auch erwachsene Tiere mischen sich gelegentlich unter die herumtollenden Jungen. Nachdem ich anfänglich nicht so recht wußte wie ein Dachsbau aussieht habe ich einige Zeit gebraucht meinen ersten Bau ausfindig zu machen. Seitdem habe ich unzählige Stunden damit verbracht diese faszinierenden Tiere zu beobachten und wenn möglich zu fotografieren.

Einen bewohnten Bau zu finden ist eine Sache, aber einen Bau zu finden der sich gut zur Beobachtung oder gar zum Fotografieren eignet ist eine besondere Herrausforderung, denn längst nicht alle Dachsburgen eignen sich dafür. Wie auch viele andere europäische Säugetiere ist der Dachs hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktif was das Leben eines Dachsbeobachters und noch mehr, das eines Fotografen erheblich erschwert. Oft liegen die Dachsbauten tief im Wald, dort wo selbst tagsüber schlechte Lichtverhältnisse herrschen, geschweige denn in der Dämmerung. Und so habe ich selbst nach vielen Abenden bei den Dachsen längst noch nicht alle Verhaltensweisen mit der Kamera einfangen können, besonders die lebhaften Spiele der Jungen. Dachse stellen die Geduld ihrer Beobachter regelmäßig auf eine harte Probe, denn das Warten auf ihr Erscheinen ist oft lang und ungewiß. Aber so bald sich die erste kleine schwarz-weiße Schnauze am Baueingang zeigt, sind die unbequeme Haltung, die Rückenschmerzen und die eingeschlafenen Beine im Nu vergessen.

Der harmlose und friedliche Bewohner unserer europäischen Wälder hat wie alle Tiere seinen Platz in der Natur und verdient einen dauerhaften Schutz. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt daß er, wie auch der Fuchs, eine wichtige Rolle in der Bekämpfung der Lyme-Borreliose spielt. Dachse fressen hauptsächlich Regenwürmer, Schnecken, Insekten, Kleinnager und Obst und Beeren und bereiten deshalb Menschen äußerst selten Probleme. Trotzdem wird er, im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern wo die Art geschützt ist, in Frankreich (und auch Deutschland) immer noch gnadenlos verfolgt. Über 9 Monate im Jahr darf er bejagd werden, oft wird er geschossen, aber auch Fallenjagd und Baujagd sind immer noch weit verbreitet. Die Baujagd, bei der auf grausamste Art ganze Familien inklusive Jungtiere ausgegraben und und umgebracht werden ist einem normalen Menschen unwürdig und schlichtweg Tierquälerei. Um dieser barbarischen Jagd endlich ein Ende zu setzen unterzeichent bitte die untenstehende Petition:

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